Ev. Kindertagesstätte

am Plessefelsen in Wanfried

„Durch die Straßen auf und nieder, leuchten die Laternen wieder…“

Wieder einmal ist es soweit und der Herbst zieht übers Land. Die Bäume verlieren ihre bunten Blätter, die Tage werden kürzer und zum Teil auch kühler. Da ist es nur verständlich, wenn es sich die Menschen zu Hause bei Kerzenschein und heißem Tee gemütlich machen. Aber auch in der Kindertagesstätte zieht auf eine besondere Art und Weise die Gemütlichkeit ein: Die Kinder basteln kleine Tischlaternen, die schon in der Früh leuchten und eine anheimelnde Atmosphäre verbreiten. 

Zu dieser Jahreszeit gehört natürlich auch der Sankt Martinstag, an dem wir uns an die Legende des Heiligen Martin erinnern und mit unseren selbstgebastelten Laternen durch die Straßen ziehen. Doch in diesem Jahr war etwas ganz anders als sonst: Die Kindergartenkinder bastelten ihre Laternen mit ihren Eltern. Dazu gab es in jeder Gruppe einen gemütlichen „Laternenbastelnachmittag“, an dem fleißig geschnitten, geprickelt, gemalt und geklebt wurde. Obwohl das Laternenbasteln viel Ausdauer und Geduld erforderte, hatten die Kinder und Eltern große Freude dabei. Die Laternen nahmen immer mehr Form an und am Ende des Nachmittags betrachteten die Kinder mit ihren Eltern voller Stolz ihre kleinen „Kunstwerke“. 

Die Laternen für die Kinder aus den beiden Krippengruppen wurden nur von deren Eltern gebastelt, da unsere „Kleinsten“ noch nicht so fingerfertig sind. Die Krippenkinder bestaunten voller Freude die von den Eltern gebastelten Laternen. Auch das Singen von Laternenliedern zählte zum täglichen Ritual. Wenn man morgens durch die Kindertagesstätte ging, konnte man aus allen Gruppen das fröhliche Singen der Kinder hören. Nicht nur „alte“ Laternenlieder klangen durch unser Haus, nein, auch neue Lieder wurden für die Kinder bald zu einem Ohrwurm. In den Gruppen wurden Martinsgänse gebastelt bzw. gebacken und anhand von Bilderbüchern brachten wir den Kindern den Sinn und die Bedeutung des Sankt Martinsfestes näher. 

Dann war es endlich soweit und wir feierten alle gemeinsam den Sankt Martinstag. Dazu trafen wir uns vor der Kindertagesstätte zu unserem Laternenumzug und zogen ganz nach dem Motto: „Durch die Straßen auf und nieder, leuchten die Laternen wieder…“ mit unseren Laternen durch die Wanfrieder Straßen. Aber nicht nur der Laternenschein erhellte die Stadt, nein auch der Laternenliedergesang von „Groß und Klein“ schallte durch unser Heimatstädtchen. 
Unser Zug führte uns auch in diesem Jahr durch die Straße „Auf dem Mäuerchen“, wo wir vor dem  Seniorenheim „Zum Plesseblick“ eine Singstation einlegten. Mit vier Laternenliedern ließen wir die Senioren an unserem Martinstag teilhaben. Die strahlenden Gesichter der Senioren drückten gleichzeitig Freude und Dank über unser Kommen aus. Aus den Händen des Pflegepersonals erhielt Frau Koch Süßigkeiten für die Kinder, welche sie dankbar entgegennahm.

Anschließend zogen wir weiter durch die Bahnhofstraße, wo uns am Straßenrand die Eltern erwarteten und gemeinsam mit uns zur Ev. Kirche zogen. 
Dort angekommen feierten wir mit Pfarrerin Kremmer eine Andacht zum Sankt Martinstag. Mit den Worten: „Alles, was wir in unseren Gottesdiensten tun, wenn wir singen und beten, reden und schweigen, all das tun wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ begrüßte Frau Koch alle Kinder und Erwachsene, bevor die Kinder mit ihren Erzieherinnen das Lied: „Lichterkinder auf dieser Erde…“ sangen und rappten. Dieses Lied, welches von der Legende des Heiligen Martin handelt, stimmte alle Anwesenden auf die Andacht ein. Danach erfreuten uns einige Erzieherinnen mit einem kleinen Anspiel, in dem das Leben von Sankt Martin nachgespielt wurde. Um diese Geschichte zu untermauern, sangen wir gemeinsam das Lied: „Martin, hab keine Angst….“, welches von Daniela Jakob auf der Gitarre begleitet wurde.

Im Anschluss daran ging Pfarrerin Kremmer in ihrem Gebet auf das Teilen und das Mitgefühl für unsere Mitmenschen ein und dankte dafür, dass wir im Schein der Laternen miteinander singen, sprechen und lachen dürfen. 

Um das soeben Gehörte zu untermalen, verteilte St. Martin gemeinsam mit dem Bettler Martinshörnchen an die Kinder, die sie durchbrachen und sie mit ihrem Nachbarn teilten.

Nach dem Erhalt des Segens durch Pfarrerin Kremmer und der herzlichen Einladung von Frau Koch zum gemeinsamen Beisammensein im Gemeindehaus, sangen wir das Lied: „Tragt in die Welt nun ein Licht...“.

Bei Glühwein, Kinderpunsch, kalten Getränken und Kochwurst verbrachten wir einen gemütlichen Abend im herbstlich geschmückten Gemeindehaus.
Unser Dank geht an dieser Stelle an die Freiwillige Feuerwehr Wanfried und an die Polizei Eschwege, die sich für die Sicherheit des Laternenumzuges verantwortlich zeigten.